Schulanfang

Schulanfang

Abbau von Schulangst durch Einbezug der SchulanfängerInnen von Anfang an

Kindergartentag in der Schule
Einige Wochen vor der Einschulung nehmen die Kinder mit ihren Erzieherinnen an einem Schulmorgen eines ersten Schuljahres teil und gewinnen so einen ersten Eindruck von Schule. Sie können Kinder wieder treffen, die sie schon aus dem Kindergarten kennen. Dabei können sie erleben, was diese inzwischen gelernt haben. Das soll Mut machen.
 
Kennlernnachmittag
An diesem Nachmittag lernen die Kinder ihren Klassenraum, ihre zukünftigen Klassenkameraden und auch die zukünftige Klassenlehrerin kennen. Es wird eine kleine Unterrichtsstunde durchgeführt.
 
Die Einschulungsfeier
Den ersten Schultag beginnen die Kinder zusammen mit ihren Eltern mit einem Wortgottesdienst. Das Thema des Gottesdienstes enthält für die Kinder wichtige Aspekte, wie der unverwechselbare Wert eines jeden Menschen, Geborgenheit und Hilfe in der Gemeinschaft, Schutz und Begleitung durch göttliche Mächte, Segen für den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt usw.
Die Wertschätzung der SchulanfängerInnen durch die Schulgemeinde setzt sich in einer kleinen Feier fort, die in der Regel durch SchülerInnen unserer Schule mitgestaltet wird. Danach folgt die erste gemeinsame Stunde mit der Lehrerin oder dem Lehrer.

Erste Orientierung und Übernahme von Verantwortung
In den ersten Schulwochen sollen die Kinder größtmögliche Sicherheit und Orientierung in ihrer Lernumgebung finden und Verantwortung für sich und diese Umgebung übernehmen. Sie lernen Schulleitung, andere LehrerInnen sowie Schulpersonal kennen, die Dienste für sie übernehmen (Sekretärin, Hausmeister, Raumpflegerinnen usw.). Sie orientieren sich im Schulgebäude und auf dem Schulhof und übernehmen selbst Aufgaben für die Gemeinschaft. Dazu gehören die Pflege des Klassenraumes und des Flures, das Ordnunghalten bei den Lern- und Arbeitsmitteln, Sortieren von Abfall (in Zusammenarbeit mit der GWA-Abfallberatung) usw.

Soziale Kompetenzen erwerben
Neben der wichtigen Orientierung im äußeren Rahmen kommt den ersten Schulwochen auch eine besondere Bedeutung hinsichtlich des sozialen Lernens zu. Mit den Kindern werden Regeln für das gemeinsame Leben in der Klasse aufgestellt, nicht verhandelbare Regeln für den Schulhof und das Schulgebäude werden erklärt und eingefordert.
Die Kinder sollen erfahren, dass ihre Meinung und ihre Gefühle wichtig sind und wahrgenommen werden. Sie sollen aber auch lernen, sich in andere hineinzuversetzen und respektvoll mit ihnen umzugehen. Hilfreich für das soziale Lernen sind feste Rhythmen und Rituale im Schulalltag, z.B. morgend-licher Erzählkreis, das Feiern von Geburtstagen,... (siehe Kap. 1.2)

Lesen und Schreiben lernen
Alle Kinder dabei zum Erfolg zu führen, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Grundschule.
„Zahlreiche Untersuchungen zum Schriftspracherwerb in den letzten zehn Jahren belegen, dass Kinder Lesen und Schreiben nicht über die Addition von Teilleistungen lernen, sondern in einem vielschichtigen Prozess, in dem sie durch eigene Aktivität Hypothesen über die Logik der Schrift entwickeln und erproben. Dabei durchlaufen sie eine Denkentwicklung, bei der sie die Schrift über Vorformen von Anfang an komplex nutzen und sich durch eine immer stärkere Differenzie-rung ihrer Bemühungen und Lernerfolge allmählich der Konvention unseres Schriftsystems an-nähern.
Fehler sind dabei individuelle Konstruktionen der Kinder, die nicht länger als Defizite missverstanden werden dürfen, sondern als notwendige Zwischenschritte auf dem Weg zum orthografisch richtigen Schreiben begriffen werden müssen. Sie geben Auskunft über den jeweiligen Entwicklungsstand und zeigen, wo das betreffende Kind noch Unterstützung oder weiterführende Hinweise braucht. In der Anfangsphase des Schriftspracherwerbs gehören Fehler also zum Lernen dazu und dürfen zunächst unkorrigiert stehen bleiben."
(Faust-Siehl/Garlichs/Ramseger/Schwarz/Warm: Die Zukunft beginnt in der Grundschule. 1996 S.81)

Die Kinder schreiben mit Druckbuchstaben, denen sie auch außerhalb der Schule täglich begegnen. Das freie Schreiben von Geschichten, Briefen, Notizen, Einladungen usw. wird von Anfang an gefördert. Die Schreibschrift wird erst zu Beginn des 2. Schuljahres eingeübt.

Lernen durch und mit Bewegung
„Bewegung ist das Tor zum Lernen.“ (Dennison)
Regelmäßige kurze Bewegungszeiten zwischen den Lerneinheiten geben den Kindern Gelegenheit, Muskelverspannungen aufzulösen und neue Energie aufzunehmen.
 
Schuleingangsphase
Seit dem 01.08.2005 gibt es in NRW die sogenannte „neue Schuleingangsphase“, deren Ziel es ist, die SchülerInnen noch individueller zu fördern. Für jedes Kind soll es möglich sein, diese Eingangsphase (Klasse 1 und 2) in einem, zwei oder drei Jahren zu durchlaufen. So kann jedes Kind sein eigenes Lerntempo finden.
An unserer Schule wird die Schuleingangsphase auf der Grundlage des folgenden Konzeptes gestaltet. Der Unterricht findet (wie bisher) jahrgangsbezogen statt.
Innerhalb dieses Klassenverbandes gibt es an unserer Schule nun folgende Fördermöglichkeiten:
 
Fördersystem Mathematik:
Der Großteil der Kinder wird im Fach Mathematik im Klassenverband gefördert und bekommt von der Lehrperson Aufgaben zugeteilt, die dem jeweiligen Leistungsstand entsprechen und das Kind fordern.
Im Fach Mathematik war es seit Beginn der Schuleingangsphase (01.08.2205) an der Ludgerischule so, dass sehr langsam lernende Kinder in einer klassenübergreifenden Gruppe von einer zusätzlichen Lehrkraft unterrichtet wurden. In dieser Gruppe hatten die Kinder die Chance die Lerninhalte von Klasse 1/2 innerhalb von drei Jahren zu erarbeiten. Bei entsprechender Leistung war eine Integration in den Klassenverband jederzeit möglich.
Das Kollegium der Ludgerischule hat die Erfahrung gemacht, dass eine äußere Differenzierung während des gesamten Mathematikunterrichts im ersten Schulbesuchsjahr zu früh ist. Ebenfalls ist eine Gruppe mit 12 – 15 Kindern zu groß, um die massiven mathematischen Schwächen der Kinder aufzuarbeiten. Die Förderung in Mathematik wird seit dem 01.08.2007 folgendermaßen durchgeführt:

1. Schulbesuchsjahr – 1. Halbjahr:
eine zusätzliche klassenübergreifende (nach den Herbstferien) Förderstunde Pränumrik (Raum-Lage, Zählen, Grundbegriffe der Mathematik, Mengen, Invarianz)

1. Schulbesuchsjahr – 2. Halbjahr: 
während des Förderunterrichts der jeweiligen Klassen werden Kinder mit besonderen Begabungen in einer klassenübergreifenden Gruppe gefordert.

2. Schulbesuchsjahr:  
Kinder mit mathematischen Schwächen werden in einer klassenübergreifenden Gruppe in zwei zusätzlichen Förderstunden unterrichtet.

Förderung im Deutschunterricht
Bisher wurde an der Ludgerischule in der Schuleingangsphase im Deutschunterricht durch innere Differenzierung innerhalb des Klassenverbandes gefördert. Zusätzlich wurden Lesemütter eingesetzt und im 2. Jahr der Schuleingangsphase wurde LRS-Unterricht erteilt. Ab dem Schuljahr 2007/2008 werden im 1. Schulbesuchsjahr Buchstabenbücher bearbeitet, so dass auch ein individuelles Lerntempo gegeben ist und das selbstständige Arbeiten unterstützt wird. Zusätzlich wird im 1. Schulbesuchsjahr eine Deutsch-Förderstunde pro Woche für Kinder eingerichtet, die noch Schwächen im Wortschatz, im Heraushören von Anlauten und im Erzählen aufweisen. Im 2. Schulbesuchsjahr wird diese Deutsch-Förderstunde auf 2 Stunden pro Woche aufgestockt. Die Kinder werden nicht aus dem normalen Unterricht im Klassenverband herausgezogen, sondern es ist ein zusätzlicher Förderunterricht.

Jeder 1.  Klasse steht eine zusätzliche Förderstunde zur Verfügung. Hier besteht die Möglichkeit, die Klasse zu verkleinern und dadurch eine noch bessere Förderung zu ermöglichen. Ansonsten wird jedes Kind innerhalb der Klasse individuell nach seinem Leistungsstand gefördert.
 
Förderung durch Projekte mit Kindern aus Klasse 2
Zweimal jährlich werden die 1. und 2. Klasse neu gemischt, so dass jahrgangsübergreifende Lerngruppen entstehen. Innerhalb dieser Lerngruppen finden Projektwochen statt, in denen die Kinder voneinander und miteinander lernen. Es sollen herausfordernde Lernangebote für alle gemacht werden.
 
Sportförderunterricht
Im 1. Schulbesuchsjahr der Schuleingangsphase werden 4 Stunden Sportförderunterricht eingerichtet. In diesem Unterricht werden die Basisfähigkeiten und -fertigkeiten geschult wie z.B. taktile, visuelle und auditive Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik, Lateralität. Im 2. Schulbesuchsjahr wird die Stundenzahl für den Sportförderunterricht von 4 auf 2 Stunden herunterge-setzt.
 
Verkehrserziehung von Anfang an
In den ersten Schulwochen besucht die Polizei die ersten Klassen, um die Kinder auf mögliche Gefahren des Schulweges aufmerksam zu machen. Unter anderem üben die Polizisten dabei mit den Kindern das Überqueren der Straße in einer Kleingruppe.
 
Zusammenarbeit mit den Kindergärten
Am Anfang des Schuljahres trifft sich die Schulleitung zu einem Erfahrungsaustausch mit den entsprechenden Kindergärten. Ziel ist dabei, die Entwicklung des Kindes in einem größeren Zusammenhang zu sehen und das Kind intensiv zu fördern.