
Sexualerziehung
Der gesetzliche Erziehungsauftrag schließt die Sexualerziehung als einen wichtigen und unverzichtbaren Teil der Gesamterziehung mit ein. Die Sexualerziehung soll dazu beitragen, dass die Schüler/innen in Fragen der Sexualität zunehmend Verantwortung für sich und andere übernehmen. Die Sexualerziehung ist Teil des natürlichen und verfassungsmäßig verankerten Erziehungsrechts und der Erziehungspflicht der Eltern. Die Schule und damit alle Lehrerinnen und Lehrer sind im Rahmen ihres gesetzlichen Erziehungsauftrags zur Sexualerziehung verpflichtet. -- Dieser ergänzt die Sexualerziehung durch die Eltern. Bedenken aus kulturellen oder religiösen Gründen sind ernst zu nehmen, doch ein Anspruch auf Befreiung von diesem Unterricht besteht nicht. Insgesamt soll eine sensible Behandlung der Thematik erfolgen. Die Eltern werden auf den Klassenpflegschaftssitzungen über die jeweiligen Inhalte informiert, so dass sie die jeweils zu behandelnden Themen ggf. mit ihren Kindern vorher und/oder parallel zum Unterricht besprechen können.
Bis zum Ende der Grundschulzeit sollen die Kinder in altersgerechter ihrem Verständnis angemessener Form mit folgenden Themen vertraut gemacht werden:
- Beziehungen und Sexualität - Geschlechterrollen - Familie und andere Formen des Zusammenlebens - Körper und Sexualität - Sexueller Missbrauch
BEISPIEL EINER UNTERRICHTSKONZEPTION ZUR SEXUALERZIEHUNG IM 4. SCHULJAHR
1. Thema „Gefühle“ - Gesammelte Gefühle (angenehme und unangenehme Gefühle); sich seiner eigenen positiven wie negativen Gefühle bewusst werden; Erarbeitung eines neuen Wortfeldes; Kinder ermutigen, ihre eigenen Gefühle zu reflektieren - Führen eines „Gefühls-Tagebuchs“ über den Zeitraum von einer Woche Kinder ermutigen, Vorgänge und Situationen zu analysieren, in denen sie sich gut bzw. schlecht fühlen; erkennen, dass Individuen unterschiedlich reagieren - Gefühle kann man nicht sehen, nicht riechen, nicht anfassen. Aber ich kann diese Gefühle mit Worten anrühren. Eine Bilderreihe deuten und szenisch umsetzen. - „Gefühlsbarometer“: Auf Stäbchen befestigte Gesichter signalisieren zu individuell festgelegten Zeitpunkten, wie sich die Kinder fühlen. - Wie fühlst du dich? Gefühle darstellen / Mimik-Spiel 2. Thema „Sexualität“ - Lauter Wörter:(Brainstorming) Sammeln von Wörtern in den Tischgruppen; Nachdenken über Sprache, die Kinder benutzen. - Gruppierungen vornehmen a) Welche Ausdrücke findest du schön? b) Welche Begriffe verwendet eine Ärztin/ein Arzt? - Fachbegriffe klären - Fragen aus dem Hut: Einführung des „Frage-Behälters“, der als Sammelort bis zum Ende der Reihe aufgestellt ist. Er soll den Kindern die Gelegenheit geben, ihre Gedanken und Fragen zur Sexualität anonym zu formulieren. 3. Die Geschlechtsorgane - Wir benennen Körperteile: Verschiedene Körperteile identifizieren; Hilfe um Wissen und Haltungen der Kinder in Erfahrung bringen. - Weiblich oder männlich? Korrektes begriffliches Benennen der identifizierten Körperteile und ihre geschlechtliche Zuordnung. - Die weiblichen / die männlichen Geschlechtsorgane (Der Weg der Keimzellen...) 4. Neues Leben entsteht - Die Befruchtung - Von der Befruchtung bis zur Geburt (Eizelle – Fötus – Embryo... die Entwicklung...)
5. Pubertät - Pubertät - was ist denn das? Ermittlung des Wissenstandes der Kinder anhand eines Aussagenkatalogs in seiner Beurteilung nach richtig oder falsch. - Mein Körper verändert sich - Auf dem Weg zur Frau/zum Mann (ggf. geschlechtshomogenes Arbeiten zu den körperlichen Veränderungen) a) Veränderungen bei Jungen b) Veränderungen bei Mädchen - Mädchen: Was ist die Menstruation? - Wozu waschen? Pubertät und Hygiene (gesamte Klasse/homogene Gruppenbildung) 6. Fragen aus dem Hut - Was ist noch unklar? Sichtung und Klärung der gesammelten anonymen Fragen (Zettel) aus dem Hut in Eigenregie der Schüler/innen bzw. gemeinsam mit der Lehrerin/dem Lehrer. 7. Besuch einer Gynäkologin in ihrer Praxis mit den Mädchen der Klasse - Information und beantworten von Fragen durch die Frauenärztin |